Vortrag 27. März 2018

Alpha-Kurs 2018:
„Wie kann ich dem Bösen widerstehen?"
Vortrag beim Alpha-Kurs am 27. März 2018
Pfarrer Siegfried Weber


Treffen sich zwei Pfarrer. „Ach“, sagt der eine, wenn doch bloß Adam und Eva Chinesen gewesen wären, dann wären wir heute noch im Paradies!“ „Wie kommst du denn darauf?“, entgegnet der andere. „Na ja, die beiden hätten dann die Schlange gegessen und den Apfel hängen lassen …“

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Was wäre das, wenn es das Böse nicht gäbe! Wenn wir unseren Glaubenskurs bisher anschauen, dann hatte alles, womit wir uns beschäftigt haben, mit guten Nachrichten zu tun. Der christliche Glaube ist voller guter Nachrichten! Befreit werden von Lasten, beschenkt werden mit göttlichen Gaben, erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. Wir haben uns bisher ganz auf die Liebe und Güte Gottes konzentriert, und am liebsten würde ich über nichts anderes reden. Aber das wäre an der Wahrheit und an der Wirklichkeit vorbei. Wir brauchen uns nur die Welt um uns herum anzuschauen, um auch etwas anderes zu sehen: Wir sehen die Existenz des Bösen. Es begegnet uns vielfältig – und nicht selten entdecken wir davon sogar etwas in uns.
Am heutigen Abend stellen wir uns diesem Thema, denn unser Glaube ist damit konfrontiert und es wäre fahrlässig, so zu tun, als gäbe es das Böse nicht. Mein erster Teil:

I. Teil: Die Realität des Bösen.

Video: 4’21 – 4’53 (Völkermord in Ruanda)

Man muss nicht lange schauen, um in dieser Welt (und in der Regel auch in unserer unmittelbaren Umgebung) das Böse zu entdecken. Es begegnet uns in der Boshaftigkeit von Menschen, in Hass und Gewalt, in Ungerechtigkeit und vielem mehr. Wenn wir darunter zu leiden haben, fällt es uns gleich auf.

Wenn wir in die Bibel schauen, dann ist die noch radikaler. Sie sagt nicht nur, dass es in dieser Welt Böses gibt. Sie redet nicht nur davon, dass es böse Menschen gibt. Sie sagt ziemlich schonungslos: „Das menschliche Herz ist böse von Jugend auf.“ (1. Mose 8,21). Und Paulus greift das in Römer 3 auf: „Da ist keiner, der den Maßstäben Gottes von „gut“ entspricht, auch nicht einer.“

Kein leichter Gedanke für uns vom Humanismus geprägte Westeuropäer. Tief drin glauben wir so gerne an einen guten Kern im Menschen. Wir klammern uns an den Gedanken: Wenn wir uns nur alle anstrengen, dann werden wir Frieden und Gerechtigkeit schon erreichen. Die Bibel sieht das mit dem Bösen radikaler. Sie redet davon, dass wir alle mit diesem Bösen kontaminiert sind und dem auch nicht so einfach entkommen können!

Ja, die Bibel geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie spricht davon, dass hinter dem von uns wahrnehmbaren Bösen noch mehr steht: Spirituelle Mächten des Bösen. Das NT redet von einem geistlichen Kampf zwischen den Mächten des Guten und den Mächten des Bösen. Und es spricht davon, dass hinter diesen Mächten des Bösen ein Kopf steckt, der denkt und lenkt. Die Bibel nennt ihn Satan, Teufel, Diabolos, Durcheinanderwerfer.

Bevor Ihr lächelt und meine Naivität bedauert: Denkt jetzt nicht an die kleinen gehörnten Teufelchen mit Pferdefuß und Mistgabel. Das ist genauso Quatsch wie das Bild von Gott als altem Opa mit langem Bart. Solche Bilder zeichnet die Bibel nicht. Aber es ist schon auffällig, dass die biblischen Schriftstellern durchgehend betonen: Nicht nur Gott, auch das Böse trägt Züge einer Person, dahinter steht „der Böse“: Er hat eine Absicht, eine Strategie. Er versucht, ganz gezielt diese Absicht umzusetzen und bestimmte Dinge zu erreichen. In 1. Petrus 5,8 heißt es: „Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.“ In Matthäus 13,39 erzählt Jesus in einem Gleichnis, dass da einer guten Samen säte und später, als er schlief, sein Widersacher Unkraut zwischen die gute Saat säte. Ausdrücklich heißt es: „Der Feind, der dieses Unkraut sät, ist der Teufel.“

Jesus jedenfalls glaubte an den Teufel, ja: Er hat die Versuchungen des Teufels am eigenen Leib erlebt!

Es ist interessant, dass es dem Teufel immer wieder gelingt, sich sozusagen selbst zu verharmlosen. Wer glaubt schon an seine Existenz? So kann er in aller Seelenruhe wirken und Menschen in seinem Bann, in Abhängigkeit von ihm halten. Ich erlebe im Alltag, wie ihm das gelingt – und erlebe seine Versuchungen auch immer wieder. Deswegen nehme ich die Bibel in diesen Aussagen sehr ernst. Ich sehe den Teufel nicht. Aber die Spuren, die er hinterlässt, sind mindestens für mich eindeutig.

Film: 5’00 – 7’40 (Warnung vor okkulten Praktiken - Beispiel Graham Seed)

Paulus sagt uns in Epheser Kapitel 6 Vers 11 und 12, dass eine Art geistlicher Kampf im Gange ist:

Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt. Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs.

Ich jedenfalls verstehe jetzt ganz viel von dem, was wir täglich erleben.

Nur ein Beispiel: Es ist doch merkwürdig, dass es uns Menschen trotz allen guten Willens, trotz unserer Vernunft und vieler guter Vorsätze bis heute nicht gelungen ist, das Böse auch nur einzudämmen. Was dachten wir vor gut 25 Jahren, als die Mauer fiel und der Eiserne Vorhang zerriss: „Jetzt beginnt ein Zeitalter des Friedens.“ Pfeifendeckel. Wie viel Leid, wie viel Schreckliches, wie viel Böses ist seitdem passiert – und ich wage mittlerweile die Aussage: Uns Menschen wird es nicht gelingen, das Böse auszurotten. Weil da eben mehr dahinter steht als nur etwas Zufälliges, Schicksalhaftes.

Wenn Du Dein Leben für Jesus öffnest, wirst Du auch erleben, dass der Teufel versuchen wird, Dich von Jesus wegzuziehen. Bei mir war es ein Stückweit so: Nach meiner bewussten Hinwendung zu Jesus Christus hab ich auf einmal erst gespürt, was es an Versuchungen und Kämpfen geben kann, wie der Teufel einfach versucht, einen weg zu bringen von Jesus. Es ist ein wenig so, wie wenn du vorher munter mit der Strömung geschwommen bist und nun auf einmal dagegen schwimmst. Das sind die Momente, wo du denkst: War das wirklich richtig, sich auf Jesus einzulassen? Keine Frage: Du wirst erleben, was Jesus Dir schenkt – mehr, als Du es Dir vorstellen kannst. Aber Du wirst eben auch erleben, wie andere Kräfte Dich von ihm wegbringen wollen.

Zur Zeit, als die Leute noch mit Kutschen fuhren, hatte der Kutscher Joe, ein bewusst lebender Christ der ziemliche Anfechtungen und Zweifel erlebte, immer wieder zu kämpfen. Sein Herr machte sich über ihn lustig: So etwas wie Anfechtungen kenne er nicht, sagte er immer wieder. Als die beiden dann eines Tages auf der Entenjagd war und der Herr mit seiner Schrotflinte einige Enten nicht nur tödlich traf, sondern nur verletzte, so dass die zu fliehen versuchten, schrie der Herr immer wieder: Joe, den Verletzten nach! Joe aber machte gar nichts und sagte: Lassen sie uns doch zuerst die toten Enten einsammeln. „Du Dummkopf!“, schrie der Herr, „die Toten laufen uns doch nicht davon. Die, die zu entkommen versuchen, müssen wir holen!“ Da meinte Joe: „Sehen Sie, so macht der Teufel es auch. Die geistlich Toten, die er eh schon sicher hat, die lässt er in Ruhe. Aber die, die durch Jesus Christus aus seinem Herrschaftsbereich zu fliehen versuchen, denen geht er nach und setzt er zu, um sie einzufangen.“

Wie gut, dass uns die Bibel einiges über die Taktiken des Teufels sagt, seine Strategien. Manche versucht er über okkulte Praktiken zu gewinnen. Bitte nehmt das nicht auf die leichte Schulter. Hier sind Mächte am Werk, die Dich wirklich zutiefst binden können.

Eine andere Taktik ist, uns einzuflüstern, dass wir Jesus und seine Erlösung doch überhaupt nicht brauchen – wir haben doch genügend spirituelle Techniken, mit denen wir uns selbst erlösen können. Das kann der Teufel gut: Verharmlosen: Was soll denn daran schlimm sein, wenn so was positive Energien in mir weckt? In der Bibel heißt es mal, dass der Teufel manchmal in der Gestalt eines Engels des Lichts daher kommt, also versucht, die Gaben des Heiligen Geistes zu imitieren. Aber er macht es eben nicht, um uns in die Freiheit der Kinder Gottes zu führen, sondern um uns in seiner Abhängigkeit zu halten. „Spirituell“ ist also nicht unbedingt immer von Gott.

Wenn Menschen sich zu Jesus bekehren, dann sind sie hier immer wieder unsicher: Ist das, was ich da mache, gute Gabe Gottes? Oder ist hier der Böse am Werk? Wie kann ich das unterscheiden? Ich finde da in der Bibel eine klare Aussage: Lass alles, was du tust, von Gott durchleuchten! Lege es ihm hin und bitte ihn, dir zu zeigen, ob das von ihm ist oder nicht. In Psalm 139 steht so ein Gebet: „Erforsche mich Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.“ (Psalm 139, 23f).
Gott wird dir Klarheit schenken!

Der Apostel Paulus sagt in 1. Thessalonicher 5, 21ff etwas Gutes als Ergänzung: „Prüft alles und das Gute behaltet. Meidet das Böse in jeder Gestalt. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt … Treu ist er, der euch ruft: Er wird’s auch tun. Auch hier hört Ihr die Zusage: Wo ihr aufrichtig zu ihm kommt, wird Gott euch lenken und bewahren.

Am Ende dieses ersten Teils halten wir also fest: Die Bibel sagt uns, dass das Böse einen Kopf hat, den Bösen. Der das Ziel hat, die gute Schöpfung Gottes zu zerstören und die Menschen in seinem Einflussbereich zu halten. Es ist wichtig, sich der Existenz dieser Mächte des Bösen bewusst zu sein, aber genauso wichtig ist es, sich nicht mit ihnen einzulassen oder spielen zu wollen.
II. Teil: Welche Taktiken benutzt der Teufel?

Nicht nur vom Fußball wissen wir: Die Taktik spielt eine entscheidene Rolle. Wer die Taktik des Gegners verstanden hat, kann ihm viel besser begegnen. Die Bibel versucht an vielen Stellen, die Taktik des Bösen zu entlarven. Jesus sagt zum Beispiel einmal in Johannes 10: Der Dieb - das ist eine der Bezeichnungen für den Teufel – der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten. Das ist sein Ziel: Unser Leben zu zerstören. Jesus dagegen sagt von sich: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. Jesus möchte, dass wir das Leben in seiner ganzen Fülle genießen. Mehr noch: Er möchte, dass wir das Leben finden, das hier auf der Erde schon mit Gott verbunden ist und das dann in ein ewiges Leben in ewiger Gemeinschaft mit Gott mündet. Wie dieser Kampf zwischen Gott und dem Bösen ausgehen wird, daran lässt die Bibel kein Zweifel. Auch das ist ein Teil des Evangeliums, dieser guten Nachricht, die Gott für uns hat: Am Ende wird Jesus Christus der Sieger sein, und alle, die ihm nachfolgen, werden zum Sieger gehören.

Schon auf den ersten Seiten der Bibel können wir entdecken, was der Teufel einsetzt: Zweifel säen ist das erste.
In 1. Mose 3 ist berichtet, wie der Teufel in Gestalt dieser Schlange auftritt. Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?, so beginnt sie. Der Teufel versucht uns zu verunsichern. Alle wichtigen Dinge im Leben erfordern Glauben, Vertrauen. Und deshalb sind sie Zweifeln ausgesetzt. Der Teufel will nicht, dass wir glauben und Gott vertrauen. Er versucht immer, Zweifel an Gott in uns zu wecken, oder umgekehrt gesagt: Das Vertrauen in Gott zu zerstören. Kann ein Gott, der so oder so handelt, ein Gott der Liebe sein? Jesus beschreibt den Teufel als „Lügner“, als „Vater der Lüge“. Er hat es ja genauso erlebt. Bei seiner Taufe hörte er die Zusage Gottes: „Du bist mein geliebter Sohn!“ – Und kurz danach versucht der Teufel, genau das in Zweifel zu ziehen: Wenn Du Gottes Sohn bist – warum willst Du Dich auf der Erde quälen? Ich kann dir alle Macht geben! (Matth. 4).
Zweifel säen, von Gott weg bringen, das ist die 1. Taktik.

Eine zweite Taktik ist Versuchung:

Film: 9’30 – 10’20 (Interviews)

Versuchung heißt nichts anderes, als dass Dir der Teufel einreden will: So genau musst Du es nicht nehmen mit dem, was Gott gesagt hat.

Im ersten Brief an Timotheus heißt es, dass Gott uns alles reichlich darreicht zum Genuss. Gott liebt uns. Er möchte, dass wir das Leben genießen! Er hat uns alles „reichlich zum Genuss dargereicht“ – er hat uns diese Dinge gegeben. Und er hat uns Beziehungen geschenkt. Wie großartig sind Freundschaften! Und wie wundervoll sind die Ehe, Kinder, das Familienleben. Auch Musik, Kunst, Sport, Freizeit, Essen und Schlafen. All diese Dinge sind Segnungen Gottes! Und das Allergrößte: Er hat uns eine Beziehung zu ihm geschenkt. Er gab uns all diese Segnungen, um sie reichlich zu genießen.
Der Teufel dagegen flüstert: „Wenn du Christ wirst, wird dein Leben wirklich miserabel. Es gibt so vieles, was du dann nicht mehr tun darfst: Du darfst dich nicht mehr betrinken, keine Drogen mehr nehmen, keinen Sex mit verschiedenen Partnern haben. Das Leben wird wirklich miserabel werden!“ Der Teufel konzentriert sich auf die kleine Liste von Dingen, die für einen Christen nicht mehr in Frage kommen. Und der einzige Grund, warum Gott uns diese Dinge untersagt, ist die Tatsache, dass sie unser Leben in Wirklichkeit zerstören. Er sagt uns: „Mit diesen Dingen wirst du keine Freude haben.“

Es gibt kein Leben ohne Versuchungen. Du wirst immer wieder in Situationen kommen, wo es sehr reizvoll zu sein scheint, etwas zu tun, wovon Du genau weißt, dass Gott es nicht will.

Martin Luther hat das einmal sehr prägnant ausgedrückt: „Du kannst nicht verhindern, dass die Vögel des Zweifels und der Anfechtung über deinem Kopf kreisen. Aber du kannst verhindern, dass sie auf deinem Kopf Nester bauen.“
In der Tat: Versuchungen beginnen im Kopf. Und wo Du ihnen Raum gibst, wirst du schnell merken, wie sie dich überwältigen.

Dann wirst Du erleben, wie der Teufel plötzlich als Ankläger gegen dich auftritt: Du hast schon wieder versagt: Gott kann dich nicht mehr lieben! Du willst Christ sein? Schau doch mal dein Leben an, was da alles falsch ist und falsch gelaufen ist! Dich nimmt Gott nie im Leben an.“ Auf einmal sehen wir nicht mehr die Kraft Gottes, mit der er uns in Jesus vergeben hat. Paulus sagt: Jetzt gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind. Wenn wir Gottes Vergebung in Anspruch genommen haben, werden wir nicht mehr verurteilt.

Auch der Heilige Geist deckt manchmal Dinge in uns auf, Dinge, die bereinigt gehören. Wir merken das daran, dass das sehr konkret ist – und wir dann einfach um Vergebung bitten und diese empfangen können. Beim Teufel bleibt das alles sehr nebulös, mit Schuldgefühlen behaftet.

Eine dritte Taktik: Das Verharmlosen. Dort im Paradies sagt die Schlange: „Esst nur, ihr werdet nicht sterben.“ Das ist nicht so schlimm! Versucht es ruhig mal. Ihr könntet ja was verpassen … Es ist wie bei Drogenabhängigen: Wenn sie das erste Mal die harte Droge nehmen, denken sie nicht an das bittere Ende, auf das sie unweigerlich zugehen. Der Teufel zeigt uns zu Beginn nie, wohin die Sünde uns führen wird, er flüstert uns nur ein: „Mach weiter.“ Und dann, wenn alles kaputt ist, dann erkennst du die Taktik, auch Adam und Eva erkennen sie. „Die Augen gingen ihnen auf“ heißt es. Aber es hat sie nicht frei gemacht, sondern auf einmal war da die Angst an die Stelle der liebevollen Beziehung zu Gott getreten.

Sir Arthur Conan Doyle, der Autor der Sherlock-Holmes-Krimis, machte einmal einen ziemlich groben Scherz: Er schickte 12 angesehenen Männern ein Telegramm mit den Worten: „Sofort fliehen! Es ist alles herausgekommen!“ Innerhalb von 24 Stunden hatte jeder von ihnen das Land verlassen. Der Weg des Teufels führt uns nicht in die Freiheit. Er führt uns in Angst, in gegenseitige Schuldzuweisungen. Und am Ende ist alles kaputt.

III. Gottes Weg für uns

Am Kreuz nahm Jesus die Verurteilung, die wir verdient haben, auf sich. So, dass wir nun frei sind. Unsere Position im Kampf hat sich verändert. Der Apostel Paulus drückt es so aus:
Er, Gott hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes. (Kol. 1,13).

Mit andern Worten: Du warst im Reich der Finsternis, wo sozusagen der Teufel die Macht hatte. Aber durch das Kreuz und die Auferstehung von Jesus wirst Du dann, wenn Du Jesus in Dein Leben einlädst, von ihm versetzt aus dem Reich der Finsternis in das Königreich von Jesus. Wo Jesus das Sagen hat. Und dort herrscht die herrliche Freiheit der Kinder Gottes!

Film: 13’00 – 16’35 (Graham Seed Teil 2)

Aber warum geraten wir dann, wenn Gott uns doch in sein Reich versetzt hat, immer wieder in Versuchung? Warum erleben wir die Anfechtungen und Anfeindungen des Teufels so stark?

Film: 16’43 – 18’01 (D-Day)

Ich möchte es so erklären: Wir leben in einer Zwischenzeit. Ich bewundere sehr gute Schachspieler. Ich selber kann zwar die Regeln beim Schach, aber das war’s auch schon. Ab und zu ließ es sich nicht vermeiden, dass ich gegen meinen Großcousin Dieter, der da ein ziemliches Ass ist, Schach spielen musste. Ich erinnere mich daran mit Schrecken. In der Regel kam nach einigen Zügen so ein Lächeln auf sein Gesicht – und wenig später der Satz: „Du bist schachmatt.“ Ich hab das nicht so gesehen, habe mich umso mehr angestrengt, habe tatsächlich noch einige Züge gespielt – um dann unweigerlich zu sehen: Ich bin schachmatt. Ich war es schon bei diesem Lächeln von Dieter – und doch war da noch eine Zwischenzeit, bis ich es selber auch erfasst habe.

Seit Jesus dort am Kreuz und mit seiner Auferstehung die Macht des Teufels gebrochen hat, ist klar, wer am Ende der Sieger sein wird. Aber bis es dann wirklich für alle sichtbar ist, wenn Jesus nämlich wiederkommt und Gottes neue Welt aufrichten wird, so lange ist noch Zwischenzeit. Und der Teufel versucht in dieser Zwischenzeit, möglichst viel Unheil anzurichten und möglichst viele Menschen in seinem Bann zu halten. Und auch möglichst viele von denen, die Jesus nachfolgen, zu verunsichern, von Jesus weg zu ziehen.

Wie leben wir nun als Christen in diesem Spannungsfeld?
Es ist ja tatsächlich auch in unserem Alltag ganz oft ein Kampf. Wie schnell steigt wieder Wut in uns hoch - kanzeln wir jemand ab. Wie schnell sind wir unversöhnlich. Wie leicht geben wir Gerüchte weiter und reden über andere schlecht. Unser Leben im Glauben ist ein Prozess, der andauert, bis Jesus wiederkommt.

Ein alter Amerikaner hat das so ausgedrückt: „In mir leben zwei Hunde. Der schwarze Hund ist böse und überredet mich zu schlechten Sachen und falschen Entscheidungen. Der weiße Hund ist gut und ermutigt mich dazu, das Richtige zu tun. Den ganzen Tag lang kämpft der schwarze Hund mit dem weißen. Als ein Freund ihn fragte, welcher Hund denn gewinnen würde, antwortete der alte Mann nach kurzem Nachdenken: „Der, den ich am besten füttere.“

Paulus sagt im Epheserbrief, dass wir letztlich nur standhaft bleiben können, wenn wir stark bleiben in unserem Herrn. Er bezeichnet das tatsächlich als Kampf. Und er spricht davon, dass wir eine Rüstung dafür brauchen, die Waffenrüstung Gottes.

Film: 22’14 – 24’22 (Die Waffenrüstung Gottes)

Es ist so: Das Leben als Christ ist oft ein Kampf, aber wo du dich zu Gott hin flüchtest, da bist du beschützt.
Jakobus sagt: Leistet dem Teufel Widerstand dann wird er vor euch fliehen. Sucht die Nähe Gottes, dann wird er sich euch nähern.
Versteht Ihr: Als Christen sind wir nicht sündlos. Jemand hat das mal so gesagt: Es ist wahr, auch Christen sündigen. Aber sie laufen der Sünde nicht hinterher, sondern laufen von ihr weg! Ich persönlich merke, dass dann wenn da wieder was in mir hochsteigt oder der erste Gedanke einer Versuchung in meinem Kopf auftaucht, nur eines hilft: Tatsächlich zu Jesus gehen. Sein Kreuz anschauen. Ihn um Hilfe bitten. Und manchmal mache ich es ein Mann in der Bibel, der mal vor Jesus steht und schreit: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“

Und dann zeigt uns der Heilige Geist immer wieder, dass manchmal ein konkreter Schritt von uns zu gehen ist. Dass wir Böses mit Gutem überwinden. Zum Beispiel durch Vergebung:

Film 24’55 – 27’05 (Hutu-Tutsi)

Deshalb lässt Gott uns in dieser Welt mit all ihrem Bösen. Weil er möchte, dass wir sein Licht, sein Heil hineintragen.
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!“ schreibt der Apostel Paulus.
Wir sollen, wir dürfen in dieser Welt auf der Seite Gottes für das Gute kämpfen! In einer Welt von Hass können wir Liebe schenken. In einer Welt von Einsamkeit können wir Gemeinschaft leben. Wir können das Gute tun – und so vielen Gutes tun. Dazu sind wir berufen.

Film 27’30 – 28’21 (Beispiele für Veränderung)

Vielleicht fängst Du heute noch an zu beten: Jesus, zeige mir meine Aufgabe. Zeige mir, wo Du willst, dass ich mithelfe, das Böse mit Gutem zu besiegen. Der Teufel wird versuchen, uns daran zu hindern. Er wird uns stören, uns schlecht machen, uns klein machen wollen – und auf ganz unterschiedliche Weise kommt er, um uns da zu packen, wo wir anfällig sind. Aber unser Herr ist doch da! Zu ihm können wir kommen. Im 1. Johannesbrief heißt es ganz knapp: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ Lasst uns also nicht verzagen, sondern in der Kraft unseres Herrn unseren Weg im Glauben gehen.

Lasst uns beten.
Lieber himmlischer Vater, danke, dass in Jesus Christus der Sieger schon fest steht – und du uns einlädst, auf der Seite des Siegers zu leben. Du mutest uns viel zu in dieser Zwischenzeit, wo unser Glaube auch durch die Macht des Bösen angefochten und geprüft ist. Wir bitten dich: Erlöse uns von dem Bösen! Nimm uns unter deinen Schutzschirm! Wir befehlen uns, unseren Leib und Seele und alles in deine Hände. Sei mit uns, dass der böse Feind keine Macht an uns finde. In Jesu Namen, Amen.

Aufbau des Referats „Wie widerstehe ich dem Bösen?“

Einleitung:
Wir haben bisher eine Fülle von guten Nachrichten im christlichen Glauben kennen gelernt.
Heute müssen wir uns der Realität des Bösen stellen.

1. Teil: Das Böse und der Böse.

Die Bibel beschreibt real und illusionslos die Wirklichkeit des Bösen. Sie beschreibt über unsere Erfahrung hinaus, dass das nicht nur ein „es“ ist, sondern dass ein Kopf dahinter steckt: Der Teufel.

Gedanken zum personalen, „strategischen“ Handeln des Teufels:
die „heile Welt“ gelingt uns nicht
Christen aller Zeiten haben wahrgenommen, wie der Böse das Ziel hat, von Gott weg zu bringen und Chaos zu schaffen
die persönliche Erfahrung bestätigt das.
In der Bibel ist es exakt so beschrieben.

Zwei Gefahren im Blick auf den Teufel:
a) nicht ernst nehmen, ihn leugnen
b) ihn zu ernst nehmen, sich durch bestimmte Praktiken ihm öffnen und in Abhängigkeit von ihm kommen.
(Wer hier in Abhängigkeiten gekommen ist, muss sich bewusst davon los machen!)

2. Teil: Welche Taktiken benutzt der Teufel (1.Mose 3)

a) Zweifel säen: Ob Gott wirklich gut ist und es gut meint?
b) Die Wahrheit verdrehen, so dass wir die Fülle der Geschenke Gottes an uns nicht mehr sehen.
c) Verharmlosen und so in Abhängigkeit kommen
d) Verleumden, Anklagen: „Du willst Christ sein?“ (Schuldgefühle machen)
Es gibt weitere Taktiken! Deshalb: Wachet!

3. Teil: Gottes Weg für uns

Gott hat uns herausgerissen aus der Macht der Finsternis und aufgenommen in das Reich seines Sohnes.

Seit Tod und Auferstehung Jesu ist der Teufel besiegt, aber wir sind noch in einer „Zwischenzeit“, wo der Teufel alles versucht, um noch möglichst viel Unheil anzurichten.
Deshalb sind wir in einem Spannungsfeld.

Wie können wir darin leben? Die „Waffenrüstung“ Gottes anziehen:
a) Gürtet euch mit Wahrheit!
b) Zieht als Panzer die Gerechtigkeit an!
c) Greift zum Schild des Glaubens!
d) Nehmt den Helm des Heils!
e) Nehmt das Schwert des Geistes

„Wir haben nichts zu befürchten. Wenn wir in Christus sind, sind wir sicher.“

Unser Auftrag in dieser Zwischenzeit:
Wir sollen und dürfen in dieser Welt auf der Seite Gottes für das Gute kämpfen. Gott möchte uns benutzen, um in diese Welt sein Heil, seine Liebe, seine Güte hinein zu tragen.
Der Teufel will das verhindern. Aber unser Glaube ist der Sieg.
Fragen für die Gruppenarbeit

1. Gab es etwas, das Euch im Vortrag besonders angesprochen, betroffen gemacht, geärgert hat?

2. Im Vortrag war von der „Wirklichkeit des Bösen“ die Rede, wie die Bibel sie beschreibt? Was sagt Ihr aus Eurer Erfahrung dazu?

3. Was löst der Gedanke in Euch aus, dass es nach der Bibel ein „strategisches“ Handeln des Bösen (Teufels) gibt, also der bewusste Versuch, Menschen von Gott weg zu bringen?

4. Warum müssen wir grade dann, wenn wir uns Jesus ganz zuwenden, mit Angriffen des Bösen rechnen?

5. Ganz praktisch: Was kann uns helfen, dem Bösen zu widerstehen?

6. Die „geistliche Waffenrüstung“ (Epheser 6): Wie könnte diese uns in der Praxis schützen?

Brief des Paulus an die Epheser, Kap. 6, 10-18:

Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.
Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten könnt und alles überwinden und das Feld behalten könnt.
So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit, und an den Beinen gestiefelt, bereit, einzutreten für das Evangelium des Friedens.
Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.
Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen …

Weniger…